• Mischa Nikolic

Blaubeeren gegen Cholesterin und Herzkrankheiten

Blaubeeren könnten Herzkrankheiten vorbeugen - so lautet das Ergebnis einer Übersichtsarbeit. Dazu wurde getestet, ob Blaubeertee unsere Cholesterinwerte senken könnte.

 

Herzerkrankungen sind die weltweit häufigste Todesursache beim Menschen. Auffallend ist, dass immer mehr Menschen an Herzerkrankungen sterben: Die Zahl der Todesfälle durch Herzkrankheiten ist in den letzten 20 Jahren um mehr als 2 Millionen auf fast 9 Millionen gestiegen.¹


Wie das Statistische Bundesamt mitteilt, wurde im Jahr 2003 bereits bei nahezu jedem zweiten Deutschen Verstorbenen der Tod durch eine Erkrankung des Herz-Kreislaufsystems ausgelöst. In dem Artikel über den Zusammenhang von Cholesterin und Herzerkrankungen habe ich beschrieben, warum besonders unsere Ernährung für diese schockierend hohen Zahlen verantwortlich sein könnte. Dies wirft die Frage auf, wie man einer solchen Erkrankung bestmöglich entgegenwirken kann.

Eine Übersichtsarbeit untersuchte den Verzehr von Beeren im Zusammenhang mit Herzkrankheiten. Dabei wurde festgestellt, dass vier von fünf Studien "darauf hindeuten, dass ein erhöhter Verzehr signifikant mit einer Verringerung des Risikos für koronare Herzkrankheiten um 12 bis 32 % verbunden ist”.²

Die Studien stellten fest: Je früher wir mit dem Verzehr von Beeren beginnen und je mehr Beeren wir zu uns nehmen, desto besser. Für die Studienteilnehmer mit dem höchsten Beerenkonsum, lag ein 47 % geringeres Herzinfarkt-Risiko vor.


Eine bewusste und präventive Ernährung ist enorm wichtig um Krankheiten vorzubeugen. Doch wo fängt man da am besten an ?

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Aber was haben denn nun Beeren mit dem Herzen zu tun? Es gibt über 20 randomisierte Studien, in denen Beeren an mehr als 1.000 Menschen getestet wurden. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass Beeren helfen, schlechtes Cholesterin, Blutdruck, Blutzucker, Körpergewicht, Diabetes und Entzündungen zu kontrollieren.³

Doch beinahe alle pflanzlichen Lebensmittel können das, aufgrund ihres hohen Ballaststoffgehalts; Denn Ballaststoffe reduzieren die Aufnahme von überschüssigem Cholesterin im Körper.


Blaubeeren

Gerade bei Blaubeeren könnte der besonders starke Rückgang des Risikos auf etwas anderes zurückzuführen sein. Dies könnte festgestellt werden, indem der Effekt von Blaubeeren ohne die Ballaststoffe getestet wird - als Tee. Selbst Blaubeertee konnte in Studien den Cholesterinspiegel bei Kindern senken, die durch eine seltene genetische Mutation zu einem hohen Cholesterinspiegel veranlagt sind - und das ganz ohne Ballaststoffe.

Als man Kindern mit dieser genetischen Mutation Blaubeertee gab, stieg die antioxidative Kapazität in ihrem Blutkreislauf schon nach drei Monaten.⁴ Während keine wirklichen Veränderungen in der Kontrollgruppe festgestellt wurden, wurde eine Senkung des LDL-Cholesterins um 30 % in der Blaubeertee-Gruppe festgestellt. Der Effekt ist damit dem von Statin-Medikamenten gleichzusetzen. Als die Kinder den Tee absetzten, stieg ihr Cholesterinspiegel nach drei Monaten wieder auf ihren Ursprünglichen Wert an.


Das Ergebnis dieser Studie bekräftigt die Wirkung von enthaltenen Antixodantien, den Anthocyanen.

Anthocyane gehören zur Familie der sekundären Pflanzenstoffe, die Früchten und Gemüse eine intensiv violette oder blaue Färbung verleihen. Sie gehören zu den wesentlichsten, in der Natur vorkommenden Antioxidantien.

Diese sekundären Pflanzenstoffe sind besonders in dunklen Früchten und Gemüse enthalten und kommen in keiner Frucht so oft vor wie in Blaubeeren. Sie besitzen knapp dreimal so viel Anthocyane wie Pflaumen und sechs mal so viel wie Erdbeeren oder Kirschen.


Der Zusammenhang zwischen der Aufnahme des dunklen Antioxidants durch die Blaubeeren und dem Risiko für Herzerkrankungen ist beinahe Linear.

Für jede Erhöhung der Aufnahme um 15 mg Anthocyane pro Tag, sinkt das Risiko um 17 %.


Durch den Verzehr von weniger als einer halben Tasse Blaubeeren am Tag (ca 80 g), können sogar 100 mg der Anthocyane zugeführt werden.


Der Effekt erreicht seinen Höhepunkt und stagniert dann bei etwa eineinhalb Tassen Blaubeeren täglich, wobei zweieinhalb und dreieinhalb Tassen keine weiteren Vorteile zeigen.⁵


Selbst beim Backen der Blaubeeren, wie bei Blaubeer-Muffins, konnte eine Verbesserung der Arterienfunktion beobachtet werden.⁶





Allgemein besitzt jedoch eine pflanzliche Ernährung das Potential, das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen und anderen führenden Todesursachen zu reduzieren.⁷ Zudem haben Studien gezeigt, dass die am längsten lebenden und am wenigsten zu Demenz neigenden Bevölkerungen, sich pflanzlich ernähren."


Somit konnten in Tests auch andere Pflanzen überzeugen. Nach dem Verzehr von einem Esslöffel purem Kakao konnten drastische Verbesserungen der Arterienfunktion festgestellt werden.⁸ Durch die Zugabe von 1 1/2 Teelöffeln Kurkuma zu einer Mahlzeit, könnte die Arterienfunktion ebenfalls verbessert werden.⁹


Falls du dich für ein kostenloses Kennenlerngespräch zur Ernährungsberatung interessierst, kannst du mich gerne über mein Kontaktformular erreichen. Zusammen finden wir einen individuell an deine Bedürfnisse angepassten Ernährungsplan, der möglichen Risikofaktoren entgegenwirkt und dir zu einer gesunden Lebensweise verhilft.

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Quellen



1. WHO - Demenzen und Diabetes zählen nun zu den zehn häufigsten Todesursachen weltweit, 10.12.2020

https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2020/12/10/demenzen-und-diabetes-zaehlen-nun-zu-den-zehn-haeufigsten-todesursachen-weltweit


2. Cassidy A. Berry anthocyanin intake and cardiovascular health. Mol Aspects Med. 2018;61:76-82. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28483533


3. Huang H, Chen G, Liao D, Zhu Y, Xue X. Effects of Berries Consumption on Cardiovascular Risk Factors: A Meta-analysis with Trial Sequential Analysis of Randomized Controlled Trials. Sci Rep. 2016; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27006201


4. Ucar SK, Sözmen E, Yıldırım HK, Coker M. (2014) Effect of blueberry tea on lipid and antioxidant status in children with heterozygous familial hypercholesterolemia: pilot study, Clinical Lipidology, 9:3, 295-304.

https://www.tandfonline.com/doi/pdf/10.2217/clp.14.26?needAccess=true


5. Rodriguez-Mateos A, Rendeiro C, Bergillos-Meca T, Tabatabaee S, George TW, Heiss C, Spencer JP. Intake and time dependence of blueberry flavonoid-induced improvements in vascular function: a randomized, controlled, double-blind, crossover intervention study with mechanistic insights into biological activity. Am J Clin Nutr. 2013; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24004888


6. Rodriguez-Mateos A, Del Pino-García R, George TW, Vidal-Diez A, Heiss C, Spencer JP. Impact of processing on the bioavailability and vascular effects of blueberry (poly)phenols. Mol Nutr Food Res. 2014; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25044909


7.https://www.researchgate.net/publication/282595097_The_Effect_of_Acai_Euterpe_spp_Fruit_Pulp_on_Brain_Health_and_Performance


8 .Heiss C, Kleinbongard P, Dejam A, Perré S, Schroeter H, Sies H, Kelm M. Acute consumption of flavanol-rich cocoa and the reversal of endothelial dysfunction in smokers. J Am Coll Cardiol. 2005; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16198843


9. Nakayama H, Tsuge N, Sawada H, Masamura N, Yamada S, Satomi S, Higashi Y. A single consumption of curry improved postprandial endothelial function in healthy male subjects: a randomized, controlled crossover trial. Nutr J. 2014; https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24972677