• Mischa Nikolic

Diabetes - Was löst eine Insulinresistenz aus ?

Als eine der häufigsten Krankheiten und Todesursachen in Deutschland, ist Diabetes besonders in der Präventivmedizin Beachtung zu schenken. Da Prädiabetes und Typ-2-Diabetes durch eine Abnahme der Insulinsensitivität verursacht werden, sollte gerade diese Ursache unter die Lupe genommen werden.

 

Mit über 9 Millionen Erkrankten in Deutschland, zählt Diabetes hierzulande zu den zehn häufigsten Krankheiten. Leider stieg der Diabetes-bedingte Tod in den letzten 20 Jahren weltweit um 70 Prozent (bei Männern sogar um 80 Prozent) und sollte daher auch immer mehr Beachtung in der Prävention und Ernährung geschenkt werden.

In meinen anderen Beiträgen erkläre ich den Zusammenhang von Typ-2-Diabetes mit der Ernährung und wie Diabetes entsteht. In diesem Beitrag behandle ich nun die genauen Auslöser einer Insulinresistenz durch Nahrung und wie wissenschaftliche Erkenntnisse uns sogar helfen können dieser vorzubeugen, um eventuellen genetischen Veranlagungen entgegenzuwirken.


Eine präventive Ernährung ist enorm wichtig um Krankheiten wie Diabetes präventiv zu behandeln.


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Fett oder Kohlenhydrate vermeiden ?

Fast ein Jahrhundert zurückreichende Studien, stellten ein auffälliges Ergebnis fest.¹ Nimmt man junge, gesunde Menschen und teilt sie in zwei Gruppen auf, die eine Hälfte mit einer fettreichen, die andere Hälfte mit einer kohlenhydratreichen Ernährung, passiert innerhalb von nur zwei Tagen folgendes: Die Glukoseintoleranz steigt in der fettreichen Diätgruppe sprunghaft an. Als Reaktion auf die gleiche Ernährung hatte die Gruppe, die viel Fett zu sich genommen hatte, einen doppelt so hohen Blutzuckerwert. Also kam man zu dem Resultat, wenn die Menge an Fett in der Ernährung steigt, schnellt der Blutzucker in die Höhe. Die Wissenschaft brauchte fast siebzig Jahre, um das Geheimnis der Studie zu lüften, aber am Ende war es der Schlüssel zu unserem heutigen Verständnis der Ursache von Typ-2-Diabetes.


Glukose als essentieller Energielieferant

Wenn beispielsweise Sportler vor einem Wettkampf Kohlenhydrate zu sich nehmen, versuchen sie, eine Art Brennstoffvorrat in ihren Muskeln aufzubauen. Unser Verdauungstrakt baut Stärke zu Glukose ab, welche als Blutglukose, also Blutzucker, im Blut zirkuliert. Daraufhin wird die Glukose von unseren Muskeln aufgenommen, um gespeichert und als Energie verbrannt zu werden. Der Blutzuckerspiegel spiegelt den Glukoseanteil im Blut wieder und stellt dar, wie viel Glukose (Zucker) bei einem Menschen im Blut in gelöster Form vorhanden ist.² Die Glukose ist ein natürlich vorkommendes Kohlenhydrat und der wichtigste Energielieferant für die Zellen im Körper. Der Blutzucker braucht jedoch eine Einladung um in unsere Zellen zu gelangen. Diese Einladung ist Insulin.

Insulin ist ein Hormon, das dazu dient, die Glukose aus dem Blut wiederum für die Zellen verfügbar zu machen. Das ganze funktioniert nach dem sogenannten Schlüssel-Schloss-Prinzip. Dabei ist Insulin quasi der Schlüssel, der die Tür für die Glukose aufschließt, damit diese aus unserem Blut in die Muskelzelle eindringen kann. Abbildung 1 zeigt eine Muskelzelle. Rechts neben der Muskelzelle ist etwas Glukose, die geduldig darauf wartet, in die Zelle zu gelangen. Wenn sich Insulin an den Insulinrezeptor bindet, aktiviert es eine Reihe an Enzym-Kettenreaktionen, die schließlich den Glukosetransporter aktivieren, der als Tor für die Glukose dient, um in die Zelle zu gelangen.


Typ-1-Diabetes

Fehlt das Insulin, kann es nicht an den Insulin Rezeptor binden und die Glukose somit nicht in die Zelle gelangen - der Zuckerspiegel im Blut steigt an. Der Blutzucker würde nun draußen im Blutkreislauf feststecken, an die Tür zu unseren Muskeln klopfen und nicht in der Lage sein, hineinzukommen. Und so würde der Zuckerspiegel immer weiter ansteigen, da er nirgendwo hin kann. Genau das ist es, was bei Typ-1-Diabetes passiert. Die Zellen in der Bauchspeicheldrüse die Insulin produzieren, werden zerstört, wodurch der Zucker nicht aus dem Blut in die Muskeln gelangen kann. Als Folge steigt der Blutzucker an.


Typ-2-Diabetes

Wenn genug Insulin vorhanden ist, aber das Insulin nicht wirkt, liegt Typ-2-Diabetes vor. Wie in Abbildung 2 gezeigt, ist der Schlüssel da, aber etwas hat das Schloss verklebt. Dies wird als Insulinresistenz bezeichnet und beschreibt die zweite Möglichkeit wie wir einen zu hohen Blutzuckerspiegel bekommen können. Unsere Muskelzellen werden resistent gegen die Wirkung von Insulin.

Aber was verklebt die Türschlösser unserer Muskelzellen eigentlich und hindert damit das Insulin daran, den Zucker hineinzulassen? Fett, das so genannte intramyozelluläre Lipid, oder auch Fett im Inneren unserer Muskelzellen.

Fett im Blutkreislauf kann sich in den Muskelzellen ansammeln und somit toxische Fettabbauprodukte und freie Radikale bilden, die den Prozess der Signalwege blockieren können. Also, egal wie viel Insulin wir im Blut haben, es ist nicht in der Lage, den Glukosetransporter zu öffnen. Als Resultat steigt der Blutzuckerspiegel im Blut an.


Dieser Mechanismus, durch den Fett (insbesondere gesättigtes Fett) eine Insulinresistenz hervorruft, war nicht bekannt, bis MRT-Techniken entwickelt wurden.³ Durch diese wurde gesehen, was in den Muskeln der Menschen passiert, wenn Fett in ihren Blutkreislauf gelangt. So fanden die Wissenschaftler heraus, dass ein erhöhter Fettgehalt im Blut "eine Insulinresistenz durch Hemmung des Glukosetransports" in die Muskeln verursacht.⁴ All das kann bereits innerhalb von nur drei Stunden geschehen.⁵

Eine Portion Fett kann bereits nach 160 Minuten eine Insulinresistenz verursachen, die die Glukoseaufnahme hemmt.

Bei einer fettreichen Diät, der ketogenen Diät, funktioniert das Insulin nicht so gut. Unser Körper ist insulinresistent. Dies ist ein klarer Beweis dafür, dass die Zuckertoleranz selbst gesunder Menschen durch eine kohlenhydratarme, fettreiche Ernährung beeinträchtigt werden kann.⁶


Studien zeigen, wenn der Fettgehalt im Blut der Menschen gesenkt wird, sinkt auch die Insulinresistenz sofort.⁷ So kann der Körper den Zucker effektiv aus dem Blut entfernen.

Je geringer die Menge an Fett in unserer Ernährung, desto besser funktioniert das Insulin.⁸


Wir können die Insulinresistenz - die Ursache von Prädiabetes und von Typ-2-Diabetes - effektiv verringern, indem wir die Aufnahme von gesättigten Fetten reduzieren. Daher ist es auch wichtig Nahrung mit zu vielen gesättigten Fetten zu meiden.⁹ In diesem Artikel gehe ich mehr auf diesen Zusammenhang ein.

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Quellen


1. http://archinte.jamanetwork.com/article.aspx?articleid=535594


2. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1394223/


3. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10027589


4. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC507380/


5. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10334314


6. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23122836


7. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/0010480616


8. http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18460913


9. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1394223/